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Folgen von Missbrauch
Niemand begeht einen größeren Fehler als
der,der nichts tut,
weil er glaubt, nur wenig tun zu können.
Folgen von sexuellem Missbrauch
Die Auswirkungen sexuellen Missbrauchs unterscheiden sich sowohl hinsichtlich der Art der Folgen als auch bezüglich des Schweregrades. Die Dauer des Missbrauchs, das Alter des Kindes zur Tatzeit und die Art der Gewaltanwendung sind Beispiele für Variablen, die sich auf die Folgen für die Kinder und Jugendlichen auswirken. Wesentlich ist jedoch die individuelle Persönlichkeit des Kindes. Für viele Kinder sind auch einmalige Missbrauchshandlungen ohne direkten Körperkontakt zum Täter - z. B. das Zeigen eines Pornovideos - mit gravierenden Folgen verbunden. Es kann also nicht von der Art der Missbrauchshandlung auf die Folgen bzw. die Schwere der Folgen geschlossen werden.
Die folgende Aufzählung besteht aus Beispielen von Folgen und Symptomen, die bei sexuellem Missbrauch auftreten können. Es gibt jedoch kein Symptom bei dessen Auftreten eindeutig auf einen Missbrauch geschlossen werden kann.
Mögliche Folgen sexuellen Missbrauchs
Körperliche Verletzungen
Körperliche uns psychosomatische Folgen
Psychische Folgen
Diese Beispiele verdeutlichen die Vielfalt möglicher Folgen des sexuellen Missbrauchs. Meist bestehen diese Folgen nicht nur kurzfristig, sondern die Opfer leiden auch mittel- und langfristig darunter.
Folgen von Vergewaltigung
Mädchen und Frauen reagieren auf eine Vergewaltigung so unterschiedlich, wie sie in ihrer Persönlichkeit verschieden sind. Sexualisierte Gewalt bedeutet aber immer und für jede eine massive Persönlichkeitsverletzung, die zu einer langanhaltenden Traumatisierung führen kann.
Vergewaltigungsopfer befinden sich nach der Tat in einem psychischen Zustand, der mit einem Schock vergleichbar ist. Dieser dauert häufig mehrere Tage an. Manche Frauen fühlen sich von ihrer Umwelt und sich selbst entfremdet, ihr bisheriges Leben scheint nicht mehr zu existieren. Die meisten Mädchen und Frauen durchleben eine Zeit der Desorientierung. Sie versuchen, das Geschehene zu begreifen und die Kontrolle über ihr Leben wiederzuerlangen.
Die äußeren Reaktionen unmittelbar nach der Tat können sehr unterschiedlich sein - auch hier gibt es kein "typisches“ Verhalten: Einige Frauen brechen zusammen, andere erscheinen überkontrolliert und gefasst, manche sind nicht in der Lage, das Geschehen in Worte zu fassen.
Auch in der Folgezeit sind Vergewaltigungsopfer häufig irritierbar und mit einer Vielzahl z. T. auch widerstreitender Gefühle überschwemmt: Ekel, Angst, Verzweiflung, Hass, Trauer, Ohnmacht sind Beispiele. Ihr Selbstwertgefühl, ihre Würde, ihre Sexualität und die eigene Körperwahrnehmung können für lange Zeit gestört sein. Viele Betroffene reagieren mit Scham und Ekel vor sich selbst oder quälen sich mit Selbstvorwürfen und Schuldgefühlen. Viele Gewaltopfer sind über ihre eigenen Reaktionen während der Tat zutiefst irritiert.
Dieses Empfinden wird häufig durch nahestehende Personen verstärkt. Angehörige, FreundInnen und Bekannte können mit Abwehr, mit Ungläubigkeit, Unverständnis und auch Schuldzuweisungen reagieren. Oftmals sind Frauen auch über nahestehende Personen mit oben beschriebenen Vorurteilen konfrontiert.
Sexualisierte Gewalt bedeutet eine massive Persönlichkeitsverletzung, die zu einer lang anhaltenden Traumatisierung führen kann.
So leiden viele Mädchen und Frauen trotz des Versuchs, in den Alltag zurückzukehren, über Monate und Jahre hinweg an den Folgen der Vergewaltigung.
Die Folgen und psychischen Symptome sind vielfältig, z. B.
* Angstzustände - z. B. Panikstörungen, Ängste, das Haus zu verlassen, Angst alleine zu sein, Angst unter Menschen zu sein
* Schlafstörungen, Alpträume
* Zwänge - wie z. B. sich ständig und wiederholt waschen zu müssen
* Depressionen
* Suizidalität
* Ess-Störungen
* sexuelle Probleme
* Alkohol-, Drogen- und Tablettenmissbrauch oder -abhängigkeit
* Flashbacks (plötzliche, sich ungewollt aufdrängende Erinnerungen, bei denen die Tat wie real noch einmal durchlebt wird) usw.
Darüber hinaus führen mittel- und langfristig psychische Probleme zu körperlichen Erkrankungen und zu sozialen Problemen, die häufig durch das soziale Umfeld verstärkt werden. Beispiele sind
* Trennung, Scheidung vom Partner
* Sekundärschädigungen von Kindern
* Rückzug aus dem Freundes- und Bekanntenkreis
* Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von Sozialhilfe
* Wohnungswechsel
Viele Frauen versuchen, mit der Vergewaltigung alleine fertig zu werden. Erfahrungsgemäß ist die Verarbeitung des traumatischen Erlebnisses ohne Hilfe und Unterstützung jedoch sehr schwierig. Viele Betroffenen brauchen Jahre, bis sie Hilfe in Anspruch nehmen. Frauennotrufe sind qualifizierte und spezialisierte Einrichtungen, die Vergewaltigungsopfern verschiedene Hilfe- und Unterstützungsangebote anbieten.